Anschluss
Glyzinienfarben
fällt der Sommer
vom Dach.
Gewittegrollen
wühlt durch´ s
aufreißende Sein
und wirft Fühlnaß
auf trockene Haut.
Licht brennt Zagen weg
vom Winterherz.
Blütenstaubwimpern
geben den Goldblick frei.
-Und ich platze auf-
strahlend und schön.-
-Und weiß nichts mehr
von kürzeren Tagen!
Lagebericht
Lässig lehnt der Wohlstand
am globalen Tresen,
trinkt gestohlenes Leben,
schwitzt Gier und Geld.
Wir auf dem Laufband
denken uns frei,
dumpfes Unbehagen
unter der Designerhose.
Verfettet verhungern die Herzen
im Blaulicht der Einzelhaft.
Der Tod bleibt ungerührt.
Winterimpression
Kristallgetränkt legt sich
meine Winterhaut um mich.
Sonnenreflexe erinnern
andere Zeiten.
Während der Eichelhäher
vor mir warnt,
fällt mein Schritt weich
auf den unberührten Waldboden,
weiß, scheinbar ohne Absicht.
Doch ich laufe, laufe
mir entgegen,
entschlossen, fragend und allein.
Auf der ersten Lichtung
fällt das Schweigen ab in mir.
Sonnenstrahlen tanzen
den Reigen des Jetzt,
Stämme stehen im Hier, schneeverweht,
halten die Äste gen Himmel,
atmen im Rhythmus des Windes
den Tag.
Ich reihe mich ein, -
einverstanden mit dem was ist.
Born to be
Pans Lied im Blut
trete ich vor die Tür
hinaus aus den Kerkern
der Glaubenssätze,
lasse das Korsett der Moral im Schrank.
Die Erde, in die ich
mein Gesicht vergrabe,
riecht nach Sein.
Würzige Luft weckt alle Sinne
aus ihrem langen Schlaf.
Die Sonne scheint,
und ich reibe mein
stumpf gewordenes Fell
an der Eichenrinde.
Wildheit im Haar
trabe ich los
mit der Witterung auf Leben.
Schritte
Die Zeit
nimmt deinen Stab
und geht.
Sie fragt nicht,
ob du willst.
Sie malt
ihre Spuren
in die Landschaft
deines Seins,
das sie überschreitet
in Gelassenheit.
Eingeständnis
Immer wieder
baue ich Zelte auf,
pflücke Waldbeeren
und sammle Holz.
Ich singe Lieder,
male Zeichen in den Sand
und suche
die Wunderblume.
Eher selten
hake ich mich
beim Sensenmann unter,
gehe ein Stück mit.
Ich begrabe die Lerche,
die vom Himmel fiel,
schmücke ihr Grab
mit gelbem Kreuzkraut.
Dann rufe ich
dem Waldseespiegel zu,
dass ich weiß -
und werfe Kiesel
in seine glatte Haut.-
Sein Lachen verebbt
in gläsernen Kreisen.
Im Moosbetttraum
übe ich Gelassenheit.
aktuelle Lyrik
Hier finden Sie eine Auswahl meiner Gedichte und Gedanken. Über Rückmeldungen freue ich mich.